AP 3 & AP5: Qualitative und quantitative Befragung

Auf dieser Seite werden Inhalt und Ergebnisse der qualitativen Befragung (AP3) und der quantitativen Befragung (AP5) beschrieben.

AP3: Fokusgruppengespräche und qualitative Interviews

Inhalt des Arbeitspaketes

Die Fokusgruppengespräche oder Fokusgruppeninterviews zielen darauf ab, zu verstehen, welche Faktoren von unterschiedlichen PendlerInnen als bestimmend für die eigene Verkehrsmittelwahl angesehen werden und inwieweit innovative Technologien für PendlerInnen auf ihrem täglichen Arbeitsweg relevant sind (oder wären). Dabei wurden die TeilnehmerInnen angeregt spontane Assoziationen zum Thema Pendeln zu äußern. Außerdem wurden Fragen zu infrastrukturellen Einrichtungen sowie Verbesserungen bzw. Verschlechterungen der Pendlersituation in den letzten Jahren gestellt. Abschließend wurden die TeilnehmerInnen nach zukünftig zu setzenden Maßnahmen befragt.

Wichtige Ergebnisse

Das Sampling erfolgte in Abstimmung mit der Pendleranalyse (AP2) für die ausgewählten Verkehrsachsen und bestand aus erwerbstätigen EinpendlerInnen von Niederösterreich (Nordwestbahn außen, Nordwestbahn innen, Südbahn außen, Südbahn innen, Triestingtal) nach Wien. Insgesamt nahmen 26 Bahn- und 13 AutopendlerInnen teil. Die Interviews gaben einen ersten Einblick über

  • die relevanten Aspekte bei der Verkehrsmittelwahl,

  • die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Verkehrmittel und
  • die möglichen technischen Maßnahmen die ergriffen werden könnten, um den Pendlerweg attraktiver bzw. angenehmer zu gestalten, genannt wurden:
    -  Funktionierender Internetzugang mit Steckdosen in den einzelnen Zügen
    -  Informationswesen bei Störungen über Handyapplikationen

Die wichtigsten Ergebnisse der Interviews fließen im Folgenden in die zusammenfassende Darstellung der Ergebnisse der standardisierten Befragung (AP 5) mit ein.

AP5: Quantitative Befragung

Inhalt des Arbeitspaketes

Im Rahmen der standardisierten Befragung wurden 400 erwerbstätige EinpendlerInnen von Niederösterreich (Nordwestbahn außen, Nordwestbahn innen, Südbahn außen, Südbahn innen, Triestingtal) nach Wien zur Auswahl des Fortbewegungsmittels von ihrem Wohn- zum Arbeitsort befragt sowie die Motive für die Fortbewegungsart näher analysiert. In die Fragebogengestaltung flossen die qualitativen Ergebnisse der Fokusgruppen- und Einzelinterviews sowie die Literaturrecherche ein.

Wichtigste Ergebnisse

Die 280 NiederösterreicherInnen, die mit der Eisenbahn bzw. Schnellbahn oder mit dem Regionalbus nach Wien pendeln, schätzen vor allem an ihrem Hauptverkehrsmittel, dass sie sich nicht um Parkmöglichkeiten kümmern müssen. Außerdem sind Schienenverkehrsmittel bzw. der Regionalbus umweltfreundlich, sicher und die Fahrzeit kann produktiv (zum Lesen, Arbeiten, Telefonieren oder Entspannen) genutzt werden. Die Sauberkeit wird von mehr als zwei Drittel positiv bewertet. Ein Viertel gibt an, dass sie gar keine andere Möglichkeit haben, auf ein anderes Verkehrsmittel umzusteigen. Völlig unbedeutend ist der familiäre Aspekt. Informationen über beispielsweise Störungen des Fahrplanes werden als eher schlecht bewertet. Als zuverlässig werden die Eisenbahn bzw. Schnellbahn und der Regionalbus von wenigen beschrieben.

Abbildung 5-1: Aspekte für die Auswahl eines öffentlichen Verkehrsmittel für den Pendelweg

Wesentliche Aspekte für die Wahl des ÖV

Die 120 NiederösterreicherInnen, die als Hauptverkehrsmittel das Auto bzw. ein einspuriges Kfz wählen, schätzen vor allem daran, dass sie damit komfortabel an ihren Arbeitsplatz gelangen. Weiters ist man damit flexibel und unabhängig, man kommt ohne Umsteigen zum Ziel und kann damit mehrere Wege erledigen. Auch die Wetterunabhängigkeit wird bei diesem Verkehrsmittel geschätzt und der Großteil bewertet das Fahren mit dem Auto als zuverlässig hinsichtlich Zeitplanung und außerdem ist es ein schnelles Verkehrsmittel. Dass ein produktives Nutzen der Fahrzeit nicht möglich ist, wird am negativsten an diesem Fortbewegungsmittel bewertet. Vier von zehn der befragten AutofahrerInnen geben an, dass sie keine andere Möglichkeit als das Auto haben.

Abbildung 5-2: Aspekte für die Auswahl des privaten Pkws für den Pendelweg

Wesentliche Aspekte für die Wahl des Pkw

18% der NiederösterreicherInnen, die derzeit hauptsächlich mit dem Auto nach Wien pendeln (22 Personen), sind in den letzten drei Jahren von einem öffentlichen Verkehrsmittel auf das Auto umgestiegen, davon ist ein Viertel ein Mal umgestiegen und drei Viertel sogar mehrmals. Begründet wurde der Umstieg mit dem höheren Komfort, den das Auto bietet. Knapp ein Drittel bemängelt die Qualität der öffentlichen Verkehrsmittel, 18% stiegen aufgrund der Zeitersparnis um und 16% aufgrund der Kosten.

7% der PendlerInnen (28 Personen) möchte demnächst auf ein anderes Hauptverkehrsmittel umsteigen. Knapp die Hälfte davon möchte auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen und 43% auf das Auto als SelbstfahrerIn. Ein Drittel nennt als Gründe für den Umstieg die Kosten, 29% sind von der Zuverlässigkeit ihres derzeitigen Hauptverkehrsmittels enttäuscht und 14% bemängeln die Verbindungen bzw. Anschlussmöglichkeiten.

Pünktliche Abfahrtszeiten würden für die befragten PendlerInnen wesentlich zur Verbesserung der Eisenbahn bzw. Schnellbahn beitragen. Bessere Informationen am Bahnhof bzw. kürzere Intervalle/Wartezeiten werden ebenfalls geschätzt; ebenso eine bessere Information im Zug und eine bessere Anschlusssicherung. Den geringsten Beitrag zur Verbesserung tragen Steckdosen in den Waggons bei sowie Internetanschlüsse in den Zügen. Die Bedeutung von Verbesserungen in der Eisenbahn wird von Auto-PendlerInnen und Öffi-PendlerInnen zum Teil unterschiedlich bewertet. Während für Auto-FahrerInnen eine flexiblere Preisgestaltung bei der Bahn wichtiger ist  als für Öffi-PendlerInnen, haben bequemere Sitze und bessere Informationen in den Zügen eine höhere Bedeutung für Öffi-PendlerInnen.

Bedeutung von Verbesserungen