AP 6: Wirkungsanalyse

Inhalt des Arbeitspaketes

Ziel des Arbeitspakets war die Erarbeitung eines Modells, welches das Mobilitätsverhalten der PendlerInnen darstellt, erklärt und die Wirkungen unterschiedlicher Maßnahmen hinsichtlich technologischer Innovationen abbildet. Damit wurden vor dem Hintergrund von Energiepreisszenarien  die in AP4 ausgewählten technologischen Lösungsansätze bewertet, die zur Lösung von Problemen der PendlerInnen und zur Sicherung einer nachhaltigen Mobilität beitragen.

Wichtige Ergebnisse

Informationssysteme zur Angabe über Störungen und Verspätungen führen zur Reduktion subjektiver aber auch objektiver (individueller) Reisezeit (Abbildung 6-1). Wartezeiten werden verändert bewertet, Alternativrouten können im Störungsfall gewählt werden und die Anschlüsse bei entsprechendem Informationsmanagement vorab organisiert werden. Fahrtzeiten und Intervall der Bahn, die Zugangsweiten zum Bahnhof oder beispielsweise das Vorhandensein von Park&Ride beeinflussen die Potenziale der Wirksamkeit der Informationssysteme für PendlerInnen.

Abbildung 6-1: Subjektiver (verhaltensrelevanter Ansatz)-ÖV-Benutzer

Verhaltensansatz Technologien

Das Wirkungsmodell für die Abschätzung der Wirkungen technologischer Innovationen auf die Pendler von morgen zeigt folgende Ergebnisse:

  • Besondere Auswirkungen auf die Verkehrsmittelwahl (Modal Split ÖV) der BerufspendlerInnen haben die Parkraumverfügbarkeit sowie die individuelle Kostenbelastung dadurch. In der Regel parken die Pendlerinnen, die den mIV für den Arbeitsweg nach Wien nutzen, gratis  (auf der Straße oder vom Unternehmen bereit gestellt); weiters die individuellen Kosten der Fahrt (Tarifzone, Pendlerpauschale). Diese hängt auch stark vom Ausmaß ab, in dem das Pendlerpauschale angerechnet werden kann.
  • Die in AP1 definierten Szenarien der Energiepreisentwicklung werden hinsichtlich der Auswirkungen auf die PendlerInnen in der Ostregion untersucht. Je nach Szenario wird bis 2015 eine beträchtliche Steigerung des ÖV der gesamten Ostregion gegenüber 2009 um +1,0 bis +2,9% erwartet.
  • Das Marktpotenzial der technologischen Maßnahmen ist vergleichsweise hoch. Die Ergebnisse für das Jahr 2015 zeigen, dass die Auswir¬kungen der Implementierung der technologischen Maßnahmen (Szenario INNOVATION) auf den ÖV insgesamt hoch sind (Steigerung 2009-15 um +1,5%) und dem Ausmaß nach im Bereich der Energiepreisszenarien liegen.

Die Wirkungen der unterschiedlichen Szenarien zeigen im Detail folgende Ergebnisse:

Energiepreisszenarien
Die Untersuchungen haben ergeben, dass zwischen 1995 und 2001 der Anteil des Verkehrs an den Haushaltsausgaben von 14,3 auf 16,1 % gestiegen ist. In den letzten Jahren sind die Treibstoffpreise massiv gestiegen; die dahinter stehenden Knappheitsverhältnisse (bzw. darauf aufbauende Spekulationen) lassen auch künftig deutlich höhere Treibstoffpreise erwarten. Insbesondere PendlerInnen werden durch steigende Treibstoffreise spürbar betroffen sein (in der Ostregion 2001 legten bereits 55% der Wien-TagespendlerInnen Pendelwege von mehr als 30km zwischen Wohnort und Arbeitsort zurück zu legen, also 60km pro Tag). Angesichts der hohen Kilometerleistungen der MIV-PendlerInnen ist zu erwarten, dass Steigerungen der Treibstoffpreise Auswirkungen zeitigen werden.

  • Szenario Minimum (Sz. MIN) beschreibt die als Untergrenze angenommene Preis-entwicklung (71 USD/Barrel). Dieses Szenario dient als Referenzszenario zur Bewertung der Wirkungen.
  • Szenario TREND (Sz. TREND) kann als jene Entwicklung interpretiert werden, die bei einem durchschnittlichen Wirtschaftswachstum die wahrscheinlichste ist (93 USD/Barrel). Im Szenario TREND erzielt der ÖV gegenüber dem Referenzszenario (Szenario MIN) Fahrgaststeigerungen von immerhin 1% für die gesamte Ostregion.
  • Szenario Ressourcenknappheit (Sz. RKN) stellt eine Fortsetzung der jener Entwicklung dar, die zwischen 2000 und 2008 stattgefunden hat (139 USD/Barrel ). Im Szenario RKN (Ressourcenknappheit) gewinnt der ÖV gegenüber dem Referenzszenario 2,9% Fahrgäste. Im MIV ergibt sich ein Rückgang der Fahrleistung in der Ostregion um rund 1,7 Mio. Pkw-km/Jahr; dieser bewirkt eine Reduzierung der CO2-Emissionen um rund 265.000 Tonnen jährlich.

Technologische Szenarien
Die als für die PendlerInnen zielführend gefundenen Maßnahmen werden in einem zusammengefasst und in Szenarien zur Technologischen Innovation definiert. Untersucht werden zwei Szenarien:

  • Szenario Technologische Innovation (Sz. INNOV): Information pre-trip und Infor-mation on-trip (vgl. Abschnitt 6, AP4). Im Szenario INNOV gewinnt der ÖV gegenüber dem Referenzszenario (Szenario MINIMAL) +1,5% Fahrgäste (gesamte Ostregion). Daraus ergibt sich ein Rückgang der MIV-Fahrleistung in der Ostregion um rund 127.000 Pkw-km/Jahr und eine Reduzierung der CO2-Emissionen um rund 17.000 Tonnen jährlich.
  • Szenario Technologische Innovation + Szenario Ressourcenknappheit (Sz. INNOV+RKN). Dieses Szenario zeigt die Synergieeffekte zwischen den technologischen Maßnahmen und einer starken Energiepreisentwicklung. Die Fahrgastzuwächse betragen +4,1% für die gesamte Ostregion.